Die Gebärmutterschleimhaut, auch Endometrium genannt, ist ein Bestandteil des weiblichen Körpers. Sie kleidet den Uterus von innen aus und besitzt eine rosa Färbung. Gerade bei einer Schwangerschaft ist die Gebärmutterschleimhaut wichtig, da sie eine große Rolle bei einer Einnistung einer befruchteten Eizelle spielt.

Die Gebärmutterschleimhaut ist beim ersten Auftreten der Monatsblutung bis hin zu den Wechseljahren an der Verarbeitung und Funktion von Progesteron und Östrogen beteiligt.

Was ist eine Gebärmutterschleimhaut?

Unter einer Gebärmutterschleimhaut wird die innerste Schicht des Uterus verstanden, welche aus Zwischengeweben, Drüsen sowie Deckgewebe besteht. Zuweilen der Uterus dafür verantwortlich ist, dass sich während einer Schwangerschaft ein Embryo entwickelt, kommt es im Endometrium zur eigentlichen Einnistung einer Eizelle.

Anatomie der Gebärmutter - gebaermutter.net
Anatomie der Gebärmutter - gebaermutter.net

Umfassende Prozesse sind für das interagieren der innersten Zellen mit den äußeren Zellschichten verantwortlich. Dies führt wiederum zur Einnistung einer entsprechenden Eizelle und zum Beginn einer Schwangerschaft. Zusätzlich kommt es noch zu zahlreichen anderen Prozessen, darunter die Bildung von Plazenta, der Nabelschnur und der Eihülle.

Die Gebärmutterschleimhaut wird von Hormonen gesteuert, die für den Auf- und Abbau der Schleimhaut verantwortlich sind. Dieser Vorgang wird unter anderem auch Menstruationszyklus genannt. Kommt es daher während der fruchtbaren Tage zu keiner Befruchtung der Eizelle, wird die bereits aufgebaute Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen. Dieser Prozess ist auch unter dem Namen Monatsblutung bekannt.

Anatomie und Aufbau

Folgende drei Bereiche sind in der Gebärmutterschleimhaut wichtig:

  • die schleimbildenden Drüsen, auch Glandulae uterinae genannt,
  • das Zwischengewebe, welches unter anderem auch als Stützgewebe funktioniert und sich zwischen den Drüsen befindet,
  • sowie dem Epithel, einem Deckgewebe, welches die Schleimhaut vor äußeren Einwirkungen und Bakterien schützt.

Ferner wird das Endometrium in zwei weitere Bereiche unterteilt, dem Stratum functionale und Stratum basale.

Stratum functionale

Das Stratum functionale wird während eines Monatszyklus mithilfe des Hormons Östrogen aufgebaut und gegen Ende des Zyklus wieder als Blutung ausgestoßen.

Kommt es jedoch zu einer Schwangerschaft, werden folgenden Bereiche stark hervorgehoben: die Decidua basalis sowie die Decidua capsularis.

Decidua basalis

Die Decidua basalis liegt in der Nähe von Embryo und Endometrium, auch bekannt als Verschmelzungspunkt.

Decidua capsularis

Die Decidua capsularis ist dafür verantwortlich, den Embryo mit einer Eihaut zu überziehen. Diese ist jedoch zu Beginn einer Schwangerschaft noch durch den Rest des Endometriums (Decidua paterialis) getrennt. Sobald der Embryo groß genug ist, um den Uterus auszufüllen, liegen die beiden Bereiche Decidua capsularis sowie Decidua parietalis nah beieinander.

Funktion und Aufgaben

Ein sehr wichtiger Aspekt der Gebärmutterschleimhaut ist der Schutz der Gebärmutter. In anderen Worten sind die Schleimhautzellen dafür verantwortlich, dass die Gebärmutter nicht so schnell Schaden nimmt und daher sicher verankert ist.

Sobald die Pubertät vorüber und eine Frau im gebärfähigen Alter ist, beginnen die weiblichen Hormone zu arbeiten. Diese sind größtenteils für den Zyklus einer Frau verantwortlich und bereiten daher jeden Monat den Körper auf die Befruchtung vor. Ist die Monatsblutung vorbei, verändert sich das Gewebe der Gebärmutter wieder, um sich im nächsten Monat erneut auf die Eizelle vorzubereiten. Der Vorgang der Einnistung wird unter anderem auch als Nidation bezeichnet.

Proliferationsphase

Das Endometrium durchläuft während eines Zyklus die sogenannte Proliferationsphase. Kommt es jedoch zu einer Befruchtung der Eizelle, nähert sie diese dem hoch aufgebautem Endometrium. Sobald Eizelle und Endometrium in Kontakt kommen, beginnt der sogenannte Trophoblast, oder auch äußere Teil der Zelle oder Zygote, mit der Entwicklung in zwei Zellschichten. Der innere Teil der Zygote beginnt sofort mit der Bildung der Plazenta, die im späteren Verlauf für die Nahrungszufuhr des Embryos benötigt wird.

Der andere Teil der Zygote tritt in die Gebärmutterschleimhaut ein und beginnt die Transformation. Sobald die Einnistung stattgefunden hat, kommt es zu einer Bildung der Fruchthüllen.

Aufnahme der befruchteten Eizelle

Das Endometrium ist also für die Aufnahme der befruchteten Eizelle nötig und verbindet sich zudem mit dem Organismus der Frau selbst. Zeitgleich wird neben der Plazenta auch die Nabelschnur gebildet. Diese ist für die Sauerstoffzufuhr sowie für den Stoffwechsel des Embryos verantwortlich.

Wird der ganze Keim umschlossen, ist der Prozess der Einnistung abgeschlossen. Die Zeit vor der Pubertät sowie nach der Menopause ist nicht von hormonellen Einflüssen betroffen. Anders gesagt kommt es während dieser Zeit zu keiner Empfängnis bzw. Schwangerschaft.

Häufige Erkrankungen

Die Gebärmutterschleimhaut kann von unterschiedlichen Erkrankungen betroffen sein, die zu Beschwerden bei Frauen führen können.

Endometritis

Dies ist eine Entzündung der Gebärmutterschleimhaut aufgrund von vaginalen Bakterien. Häufige Symptome einer solchen Erkrankung sind Druckschmerzen sowie Fieber. Ursachen für eine Endometritis sind meist Keimverschleppungen durch eine vaginale Untersuchung oder während einer Entbindung. Die Entzündung kann jedoch mit Breitbandantibiotika geheilt werden.

Endometriumkarzinom

Darunter wird eine Krebserkrankung des Endometriums bezeichnet. Diese Krankheit tritt meist bei Frauen nach der Menopause auf. Symptome für diese Krankheit sind größtenteils Blutungen sowie unüblicher Ausfluss.

Endometriose

Sehr starke Regelschmerzen können in manchen Fällen auf eine Endometriose schließen. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Wucherungen von Gebärmutterschleimhautherden außerhalb der Gebärmutter. Diese Herde können sich oft sehr ungünstig ansiedeln und die Eileiter verkleben. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann daher aufgrund einer Endometriose vorliegen.

Weitere Symptome dieser Krankheit sind zudem starke Schmerzen im Unterleib und während der Menstruation, die in Rücken und Beine ausstrahlen sowie Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs. In manchen Fällen werden dadurch auch Ovarialzysten gebildet, die jedoch auf einem Ultraschall zu sehen sind. Trotz allem kann es auch andere Gründe für diese Zysten geben, die nur durch eine intensive Untersuchung herausgefunden werden können.

Derzeit sind noch keine Heilmethoden für Endometriose bekannt. Es ist jedoch möglich, die Herde bzw. Wucherungen operativ zu entfernen und danach eine sechsmonatige Hormonbehandlung einzugehen. Die Behandlung ist bei der Hälfte der Patientinnen erfolgreich, die andere Hälfte hat erneut mit Wucherungen zu kämpfen.

Fragen und Antworten

Häufig gestellte Fragen und Antworten:

Welches Hormon sorgt für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut?

Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird durch die Hormone Progesteron und einer kleinen Menge Östrogen bewirkt. Nach dem Eisprung wird der Follikel in den sogenannten Gelbkörper umgewandelt. Dadurch werden die Hormone produziert, die die Gebärmutterschleimhaut verdicken.

Was ist das Hormon Progesteron?

Das Hormon Progesteron (auch Gelbkörperhormon oder Corpus-Iuteum-Hormon genannt) wird vom Gelbkörper und der Plazenta während der Schwangerschaft produziert.

Ist Endometriose eine chronische Erkrankung?

Endometriose kann eine chronische, jedoch in der Regel eine gutartige Erkrankung sein. Dabei bildet sich im Unterleib Gewebe, dass der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich ist. Dieses Gewebe betrifft häufig die Eierstöcke, Eileiter oder auch den Darm oder die Blase.

Autor: Daniel Herndler

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